Stage One Studio

Interviews

The Rasmus
Sie kommen aus Finnland und sind die Durchstarter des Jahres 2003! Die Rede ist von The Rasmus, deren Nummer Eins-Hit In The Shadows derzeit sämtliche Clubs und Radio Hitlisten der Nation bestimmt. Ihr Rezept ist dabei denkbar einfach: moderner, straighter Rock mit einer alternativen und poppigen Note. Man muss bei jedem einzelnen Song ihres Machtwerks Dead Letters von einem Meisterwerk sprechen, In The Shadows ist nur einer davon. Überraschend ist dennoch, dass eine relativ unbekannte Band über Nacht trotz harten Sounds zu Superstars avancieren. In skandinavischen Gefilden spielten The Rasmus schon lange oben mit und stürmten bereits mit dem Vorgängeralbum Into The Rasmus die dortigen Charts.
Während der Medienrummel um die Finnen immer grösser wird und sich Auftritte bei The Dome oder Top Of The Pops ankündigen, klingelte Basser Eero Heinonen in unsere unheiligen Gemäuer durch und klang hörbar euphorisch über den Traum eines jeden Musikers, der sich für die vier Burschen derzeit erfüllt. Betrachtet man die Geschichte von The Rasmus, muss man sagen, höchste Zeit!


„Dead Letters ist unser fünftes Studioalbum, allerdings auch das erste dass über die skandinavischen Landesgrenzen hinaus veröffentlicht wurde. Entsprechend gespannt waren wir auf die Reaktionen aus all den anderen Ländern, denn auch Live waren wir bislang vorwiegend in Finnland und Umgebung zugegen. Wir waren damals alle etwa fünfzehn Jahre alt, als wir The Rasmus ins Leben gerufen haben. Damals spielten wir noch Cover Versionen von Metallica, Nirvana und Co, ehe wir dazu übergegangen sind unsere eigenen Songs zu schreiben. So entwickelte sich alles nach und nach. Wir hatten tierisch Spass damit unsere eigenen Nummern zu schreiben, spielten immer mehr und bekamen schließlich unseren ersten Plattenvertrag.“

Am Tag des Interviews kletterte In The Shadows just auf Position 11 der deutschen Charts, worüber sich Eero enorm freute. Dass dies nur der Anfang dieser Bilderbuchkarriere ist, konnte man zum damaligen Zeitpunkt nur erahnen.

„Das ist grossartig, vor allem da es unser erster internationaler Release ist. Ich habe diesen Erfolg nicht erwartet, obwohl uns bewusst war, dass ein Song wie In The Shadows enorme Hitqualitäten hat.“

Aber nicht nur dieser; was die kommenden Single Veröffentlichungen untermauern. „In My Life wird die nächste Single in Schweden werden, während in Deutschland First Day Of My Life erscheinen wird.“

Speziell bei First Day Of My Life fällt das dominante Bass-Spiel auf, welches die eigentliche Melodie vorgibt. Im Grunde ein ungewöhnliches Unterfangen.

„Ich mag es sehr harte Riffs zu spielen. Da wir in der typischen Trio Besetzung, plus Sänger spielen, ist jedes Instrument sehr dominant und sehr wichtig. Wir sind im Grunde alle gleichberechtigt und leben dies auch musikalisch aus. das schöne dabei ist, dass wir alle sehr gute Freunde untereinander sind und das Zusammenspiel so noch viel besser funktioniert.“

Dementsprechend sind alle vier Musiker im Songwritingprozess involviert, was dem The Rasmus Sound seine Vielseitigkeit verleiht.

„Meistens kommen Lauri (Vlönen, Gesang) und Pauli (Rantasalmi, Gitarre) mit irgendwelchen Songideen zu den Proben und dann beginnen wir zusammen an den Arrangements zu arbeiten. Wir versuchen dann an allen Seiten verschiedene Varianten aus, das ist wie Teamplay bei uns. In The Shadows entstand zum Beispiel während einer Jam-Session heraus. Pauli hatte das Riff dazu und wir begannen darauf zu Jamen. Dann kam der Song dabei heraus, wobei der ursprüngliche Riff nicht mehr zu hören ist.“

Eine interessante Arbeitsweise, die jedenfalls zu fruchten scheint und hoffentlich noch lange in dieser Form bestehen bleibt. Das Privatleben bleibt dabei natürlich derzeit auf der Strecke.

„Ich war in diesem Sommer vielleicht zehn Tage Zuhause“, verrät Eero. „Wir waren kontinuierlich auf Tour, drehten Videos ab und gaben Interviews etc. Es macht natürlich Spass und es ist aufregend all das zu erleben. Doch haben wir schon auch unser Privatleben und unsere Familien.“

Gespannt darf man auch auf den Clip zu In My Life sein, den The Rasmus just abgedreht hatten. Zwar erscheint der Titel vorerst nur in Skandinavien als Single, doch dürfte es eine Frage der Zeit sein, ehe die Hymne auch in unseren Breitengraden ausgekoppelt wird. „Wir haben den Clip dazu in Kuba, in einem Dschungel abgedreht. Das war spannend und aufregend, man kann es auch auf unserer Homepage www.therasmus.com sehen.“

Ein Blick darauf lohnt sich allemal.
Eero stammt aus einer musikalischen Familie; was nicht verwundert betrachtet man die Dichte an aktiven Musikern, verglichen zur Einwohnerzahl, in Finnland, wie in allen skandinavischen Ländern. „Mein Vater stand enorm auf Blues und Leute wie Jimmy Hendrix oder James Brown. Dementsprechend viele Platten hatte er in seiner Sammlung, die mir alle sehr gefallen haben. Später entdeckte man eben im Freundeskreis Bands wie die Red Hot Chilli Peppers, Nirvana oder Metallica. Ganz früher habe ich jedoch Geige und entsprechend klassische Musik gespielt, ehe ich den Rock entdeckte. Als ich neun Jahre alt war, spielte ich dann zum ersten mal Bass. Das war in meiner Klasse in der Schulband, wo unser Sänger Lauri damals Schlagzeug gespielt hat. Wir spielten Sweet Caroline von Status Quo, das klang sehr cool. Wir wussten damals natürlich noch nicht, dass wir mal gemeinsam was auf die Beine stellen würden. Lauri begann dann jedoch zu singen, angespornt von seiner grossen Schwester; das war dann der Beginn von The Rasmus.“

Entsprechend gross ist das musikalische Spektrum der vier Musiker. Man hört teilweise auch einen gewissen Glam-Einfluss heraus.

„Das ist sehr natürlich, da wir alle auf Guns’N’Roses oder Skid Row standen. So kann man unseren Songs sicherlich einen gewissen Einfluss aus dieser Zeit in den Achtzigern anhören. Heute höre ich sehr viele verschiedene Sachen. Ich mag melodische Rockbands wie Coldplay, oder HipHop. Als wir auf dem Rock am Ring Festival waren, sahen wir Metallica, das war natürlich auch wieder fantastisch. Das neue Album habe ich noch nicht gehört, aber was sie Live gespielt haben war sehr gut.“

Ungewöhnlich dürfte manchem auch der Bandname The Rasmus erscheinen, der etwas nach einer skandinavischen Antwort auf die Kelly Family anmutet bzw. Erinnerungen an die Astrid Lindgren-Märchen aufkommen lassen. Die Herkunft ist jedoch eine ganz andere.

„Wir haben einmal die Wortschöpfung Thrashmosh kreiert, abstammend von Thrash Metal und Moshpit. Da uns das zu sehr nach Klischee klang, änderten wir es im Klang ab, heraus kam The Rasmus. In Schweden ist es ein Vorname, das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber gar nicht.“

Eine sehr abstrakte Erklärung, die man garantiert nicht vermutet hätte. Auf die heimische Szene ist Eero ebenso stolz und freut sich nun auch die Landesflagge in andere Länder zu tragen.

„Wir haben einige sehr erfolgreiche Bands, welche die finnische Musik außerhalb unserer Grenzen bekannt machen. Ich denke da speziell an HIM, Children Of Bodom oder Nightwish. Die Szene ist sehr klein bei uns, man kennt sich und freut sich über den Erfolg des anderen. Jeder spricht mit dem anderen und respektiert sich.“


Im September geloben The Rasmus für einige Shows nach Deutschland zu kommen, zuvor wird es noch einige TV Auftritte geben. Es wird jedenfalls sehr viel passieren und man darf sich freuen, von dieser großartigen Band noch mehr zu hören.

Interview Markus Wosgien

Reviews zum Thema "The Rasmus"

Negative - "Anorectic"

Als ich die CD der Jungs aus Finnland zum ersten Mal in der Hand hatte und mir das Cover von Negative betrachtete, hatte ich alles andere als finnischen Glamrock im Sinn. Das genmalte Clownbild erinnerte mich eher an eine altes Mr. Bungle Cover. Aber gut - Cover machen ja keine Musik, also...
zum Review
 
sPout - "we brake for nobody"

sPout aus dem Graz beglücken uns in diesen Weihnachtstagen mit ihrem neuen Album, welches auf den Namen "We Brake For Nobody". Komischerweise habe ich noch nie über diese Band gehört, obwohl sie schon ordentlich auf dem Live-Sektor aktiv waren...
zum Review

Interviews zum Thema "The Rasmus"

Smoke Blow

Kiel ist nicht nur unser Tor nach Skandinavien sondern auch das Nest von Smoke Blow. Jeder sollte die durchgeknallten Kieler schon einmal gesehen haben - coole, asige Liveshow garantiert. Vor einiger Zeit war es mal wieder soweit und die Rauchblase war in Bremen. Logischerweis wollten wir uns das nicht entgehen lassen und folgten dem Ruf der Punkrocker...
zum Interview
 
Hanoi Rocks

Während eine Menge Rock Acts nach 25 Jahren Existenz nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und von den Lorbeeren ihrer Frühwerke zehren, sieht es bei den finnischen Sleaze Rockern Hanoi Rocks ganz anders aus. Klassiker können sie ebenfalls vorweisen..
zum Interview

Live-Reviews zum Thema "The Rasmus"

Volbeat - Inzaine - Hamburg - Headbangers Ballroom (21.04.2007)

Harte Beats von Masterplan und Axel Rudi Pell hämmern aus den Boxen des Ballrooms während die Hamburger Jungs von Inzaine im bereits gut gefülltem Laden schnell noch ihre Instrumente nachstimmen, um gleich das Publikum für den dänischen Nummer 1-Chartbreaker einzuheizen...
zum Review

Suche


Go

Latest


I´ll Be Damned
"I´ll Be Damned"

Animator
"The Venom Within"

Mammoth Mammoth
"Mount The Mountain"

Wirtz
"Best Of 2007 - 2017"

Danko Jones
(Bochum - Matrix)

Danko Jones
"Wild Cat"
Impressum | Disclaimer | Kontakt | Webmaster

© 2003-2017 King-Asshole.de