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Interviews

Arnd "Arnie" Zeigler
Viele von Euch Lesern mögen ihn vielleicht nicht kennen, aber das ist kein Problem.
Arnie ist Radiomoderator bei Radio Bremen 4, Arnie ist Stadionsprecher beim SV Werder Bremen, Arnie ist musikverrückt, Arnie ist Buchautor, Arnie organisiert Werder-CD´s...
Dieses sind nur einige Worte über Arnd.
Im Winter kam dann sein bisheriges Masterpiece auf den Markt.
"Das W auf dem Trikot" heisst es, verkauft sich bis dato weit über den Erwartungen und ist für jeden Fussballfan, naja sagen wir zumindest für jeden Werder-Fan, die Bibel schlechthin.
Es ist schon interessant sich mit ihm über seine Hobbys, die er streckenweise zum Beruf gemacht hat zu unterhalten - also trafen wir uns eines morgens in einem Bremer Cafe und sabbelten......

Moin auch, stell Dich doch mal kurz vor....

Hallo, mein Name ist Arnd Zeigler.
Ich bin irgendwann in den sechziger Jahren geboren und bin seit Ewigkeiten Werderfan.
Neben meiner Tätigkeit bei Radio Bremen bin ich seit geraumer Zeit Stadionsprecher und habe vor einiger Zeit das Buch "Das W auf dem Trikot" veröffentlicht....

Wie kam die Motivation dieses Buch zu schreiben?

Die Motivaton kam über das Werder-Magazin, welches zu jedem Heimspiel am Stadion verkauft wird und für das ich schreibe.
Ich bin der Meinung gewesen, dass man in dem Magazin zu wenig geschichtliches findet.
Man darf die grosse Tradition, die Werder neben der schönen Zukunft hat, nicht vergessen. Werder kann man ja nicht mit Clubs wie Wolfsburg oder Leverkusen vergleichen, die zwar auch Fussball spielen, aber ja mehr oder minder die Konzerne im Rücken haben.
Selbst Bayern ist nicht so lange in der Bundesliga wie Werder.
Das war mir sehr wichtig, dass bei der guten Aussendarstellung, die Werder inzwischen geniesst auch die Tradition nicht zu kurz kommt.
Ich habe dann zu Hause sehr viel gesichtet (er scheint wirklich ein Werder-Verrückter zu sein ;-) ) und habe dann angefangen im Werdermagazin in jeder Ausgabe ein Werderjahr zu beschreiben und vorzustellen.
Ich habe aber schnell gemerkt, dass es sich wirklich schnell limitiert, wenn man immer nur eine Doppelseite pro Jahr hat, daraufhin habe ich einen alten Bekannten kontaktiert, der damals auch schon Sportbücher gemacht hat. Dieser Bekannte ist jetzt bei einem Verlag in Bremen und macht da Bücher über Bremen.
Wir haben uns dann zusammengesetzt und die Idee zu "Das W auf dem Trikot" war geboren.

Wie war die Kooperation mit dem SVW, die ja nur mehr als nötig war, wenn Du ein Buch über den Verein schreiben willst ?!
Schliesslich hast Du in dem Buch viele Interviews mit ehemaligen Grössen des Vereins.


Das war in der Tat am Anfang eine kritische Sache, denn ich war wirklich ein wenig abhängig von deren Kooperation, denn ohne diese hätte ich es nicht machen können.
Der Verein war von der Idee des Buches sehr angetan und alle waren sehr hilfsbereit und entgegenkommend.
Ich glaube so als Einzelkämpfer und ohne deren Hilfe hätte ich es nicht hinbekommen.
Ich habe viele Interviews mit aktuellen Spielern, mit Ehrenspielführern und dem Vorstand geführt.
Alle haben an einem Strang gezogen und trotz der ganzen Anstrengung hat es sehr viel Spass gemacht.
Ich habe echt viele Interviews gemacht und das ganze in knapp drei Wochen, dank der Hilfe des Vereins, die mir sehr viel ermöglicht haben.

Waren es alles Telefoninterviews oder wie hast Du das organisiert ? Ich meine einige Spieler leben ja gar nicht mehr auf diesem Kontinent ?

Ja ich habe fast alle Interviewpartner live interviewt - bis auf Dave Watson und Kuno Kötzer, die hatte ich telefonisch interviewt.
Gerhard Steinkogler hatte ich bei Werders grandiosem Auswärtsspiel in Pasching über den Umweg Wien getroffen und dann war da noch die Personalie Otto Rehhagel, die in meinem Buch nicht fehlen durfte.
Es ist aber sehr schwer an ihn zu kommen, er zierte sich ein wenig einen Telefontermin zu machen und dann habe ich ihn dank des Vorstands von Werder in Köln treffen können.
Ich wurde kurz vor dem Auswärtsspiel in Köln angerufen, man sagte mir dass man im Vorfeld des Spiels mit Otto zusammensitzt und wenn ich dazukomme, ich dann auf jeden Fall das Interview bekomme. Das war sehr nett vom Vorstand und es hat auch alles gut geklappt.


Aber mit der Verkaufsresonanz konntest Du doch auch nicht rechnen oder - das Werk wird in Bremer Fankreisen gefeiert, es ist ein wirkliches Muss für jeden Fan ?

Vielen Dank, das freut mich sehr.
Nein, mit der Resonanz habe ich im Leben nicht gerechnet.
Als ich entschied das Buch zu schreiben, hatte Werder mal wieder den UEFA-Cup verpasst (letzte Saison) und kein Mensch wusste wie es weitergeht. In der Hauptschaffensphase des Buches (Beginn dieser aktuellen Saison) wurde Werder immer besser und besser und gewann und gewann und ich glaube die gute Plazierung jetzt und der ganze Hype, der auch deutschlandweit um den Verein gemacht wird, verhalf mir auch zu den guten Verkäufen.
Ich hatte eine Erstauflage von 8000 Exemplaren und viele Fachleute, die sich mit Büchern in Bremen usw. auskennen sagten mir, wenn Du die Hälfte verkaufst, dann kannst Du zufrieden sein.
Es klappte aber alles noch besser, die Erstauflage war sehr schnell vergriffen und wir machen gerade eine Zweitauflage von 10.000 Büchern. Es ist ein sehr schönes Gefühl - ganz ehrlich.

Wie war die Resonanz auf das Buch von direkten "Werderleuten" - von Offziellen ?

Sehr wichtig war mir das Trio Rehhagel, Schaaf und Allofs.
Otto bekam das Buch vor dem Bayern-Spiel, wo er Co-Kommentator für Premiere war und ich bemerkte wie er die ganze Zeit in dem Buch am blättern war.
Selbst Stunden nach dem Spiel rannte er immer noch mit dem Buch unter dem Arm durch die Gegend. Ich traf ihn dann oben im Stadion im VIP-Raum und er kam auf mich zu, klopfte mir auf die Schulter, und sagte \"Sehr schön\" - das hat mir schon einiges bedeutet..
Allofs und Schaaf mögen das Buch auch beide - und die Fans mögen es anscheinend auch, aber das habe ich auch fast erwartet, denn ich habe das Buch als Fan so geschrieben wie ich es auch selber hätte haben wollen als Fan.
Ich habe ja das Glück so ein Mittelding zwischen Fan und Werdermensch zu sein, so kann ich mich hervorragend auf die Bedürfnisse einstellen.

Macht das auch den Reiz des Buches aus - dass Du es als Fan geschrieben hast ?

Auf jeden Fall, ich wundere mich immer wieder, dass ich teilweise Mails von 15 jährigen Fans bekomme, die sich darüber freuen, dass man im Buch etwas über die 60er Jahre lesen kann.

(..kurze Pause - Mediendirektor Tino Polster bimmelt durch... ;-) )

Eigentlich geht man bei den Jugendlichen ja eher davon aus, dass die die Werdergeschichte ab 1990 lesen, aber dem ist nicht so - das finde ich sehr interessant.
Das ist halt der Vorteil, dass ich so eine Multifunktion besitze - einerseits bin ich Stadionsprecher, habe als Kontakt zum Verein, andererseits bin ich aber auch Fan und habe somit die Distanz die man für so ein Werk vielleicht auch benötigt.
Ich schreibe halt eher mit dem Herzblut eines Fans und nicht so neutral wie ein Journalist - mag sein, dass dieses den Reiz ausmacht.

Wie stelle ich mir überhaupt das Leben eines Arnd Zeigler vor - Stadionsprecher, Radiomoderator mit täglicher Sendung, Werdermaniac ;-) !!! Erzähl doch mal ein paar Takte...

Radiomensch war ich ja schon immer - naja zumindest schon länger, habe mal beim WDR gearbeitet.
Die Werdersache kam natürlich erst vor einiger Zeit (der langjährige Stadionsprecher und Radiomoderator Christian Günther starb und somit gab es keinen Stadionsprecher mehr) - ein Traum von mir hat sich erfüllt und man ist jetzt irgendwie Mitglied in einem Verein, dessen Fan man ewig war.
Man hat jetzt Einblicke, die man irgendwie sonst nie hatte und als Fan nicht so haben kann.
Es ist ein sehr schönes Gefühl Teil der Werder-Familie zu sein.
Natürlich muss man sich jetzt auch einschränken, denn wenn man sonst mal negative Worte über hatte, die man als Fan natürlich so äussern kann, so ist es jetzt ein wenig anders.
Aber nichts desto trotz ist es ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist.
Zeitlich sieht es natürlich anders aus, meine Freizeit ist etwas limitierter nun - die Wochenenden sind jetzt halbwegs zu, ich habe jetzt noch ein kleines Kind - also viel um die Ohren.

Wie sieht es musikalisch bei Dir aus ?

Ja - der Job als Radiomoderator mit eigener Sendung ("Planet Arnie" - jeden nachmittag auf Radio Bremen 4) bringt es natürlich mit sich, dass man viel mit Musik zu tun hat.
Ich bin aber auch privat ein Musikmaniac - höre sehr viel, beschäftige mich viel mit Musik.
Desweiteren bin ich ein Filmfreak und schaue gerne DVD´s und gehe auch gerne mal ins Kino.
Leider wird die Zeit immer knapper und ich habe noch so viele ungehörte CD´s in meinem Arbeitszimmer, die ihr dasein fristen - da muss ich mal wieder Zeit für finden.

Zum Abschluß nenne mir bitte Deine drei Lieblingsorte auf Mutter Erde!

Als erstes ist es mein kleines Reich hier im Bremer Viertel. Ich wohne hier in einer kleinen ruhigen Seitenstrasse und hier habe ich alles. Ich habe einen kleinen Garten und hier bin ich schnell an Weser, kann mich entspannen, hier bin ich schnell im Viertel selber um zu bummeln, ich kann schnell ins Weserstadion, in die Stadt und überall hin. Eigentlich ein perfekter Ort für mich.
Dann liebe ich London, ganz besonders Soho - eigentlich meine Lieblingsstadt.
Hier habe ich alles, hier sind interessante Konzerte - hier ist interessanter Fussball - hier kann man gut shoppen gehen...eigentlich ist London vom Flair her genau mein Ding.
Und Platz Nummer drei ist natürlich das Weserstadion.
Einerseits mein Arbeitsplatz bei den Heimspielen, aber es ist auch eine ganz besondere Atmosphäre, wenn man nach Spielen, ganz besonders nach Siegen im Innenraum ist - ein ganz besonderes Knistern zwischen Fans, Mannschaft und allem....
So das sind so meine drei Lieblingsorte..

Vielen Dank für das nette Interview - bis demnächst

Ja Jens, danke auch...wir sehen uns !!!!


Auf Amazon könnt Ihr A) das Buch "Das W Auf Dem Trikot " bestellen und B) Euch noch ein wenig darüber schlau machen..
Für jeden Werderfan ist es die Bibel schlechthin, aber auch Fussballfans die Werder nicht zwingend als Lieblingsverein haben, sich aber generell für Fussball interessieren werde von der Liebe zum Detail in diesem Werk begeistert sein....

Interview Jens Krause

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