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Milliarden - "Schuldig" (Zuckerplatte / Membran)


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Milliarden
Auch bei diesem Album hat das Coronavirus die Veröffentlichung gut nach hinten geschoben – eigentlich sollte der „Berlin“-Nachfolger schon längst im Laden stehen und die dazugehörige Tour bereits gespielt sein. Der Quasi-Titeltrack „Schuldig sein“ eröffnet das Album, und die „LLLL“-Parts tauchen im weiteren Verlauf der Scheibe noch mal an anderer Stelle erneut auf. Kein überragender Opener, aber wichtig für den weiteren Verlauf des Albums. Dieses folgt einem klar zu erkennenden roten Faden.
Bereits an zweiter Stelle gibt es mit „Die Gedanken sind frei“ eine wunderschöne Ballade, die sich nach wenigen Durchläufen hartnäckig im Ohr verankert und im Refrain mit Female-Vocals zu gefallen weiß.
Das krasse Gegenteil nennt sich dann „Die Fälschungen sind echt“, welches zwar ebenfalls getragen beginnt, dann aber eine völlig kranke Wendung nimmt, inclusive Psycho-Text und einer für Milliarden typischen Melodie, die zum Tanzen verleitet und live für ordentlich Spaß inne Backen sorgen dürfte. Ebenfalls im besten Sinne livetauglich ist „Wenn ich an Dich denke“ geraten, man sehnt sich förmlich die Konzerte herbei – hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange bis dahin…
„Swing“ könnte auf den Shows zum Rausschmeißer avancieren, leicht melancholisch und gut abgehangen. Laut Band auf der Reeperbahn nach einer durchzechten Nacht entstanden – passt.

„Himmelblick“ ist an und für sich ebenfalls ein Mitsinggarant, überrascht aber durch eine Spoken-Word-Passage im Mittelteil. Ein sehr chilliger Song, der die „alles ist mir so egal“ Textzeilen wie eine Art Mantra ständig wiederholt.
Eines meiner Highlights nennt sich „Neues Leben“ und ist musikalisch eher ruhig gehalten, jedoch klingt der Gesang sehr anklagend, inclusive der überragenden Textzeile „Ich werde mir das neue Leben nehmen“. Zum Ende hin nimmt der Song immer epischere Züge an und steigert sich kontinuierlich. Es folgt „Ich schieß Dir in Dein Herz“, und es dürfte keine allzu kühne Prognose sein, dass dieser Song in den nächsten Jahren einen festen Platz in der Setlist der Band haben wird.

Am Ende der Scheibe wird es mit „Wonderland“ und vor allem „Trenn Dich“ ( cooler Text! ) noch mal etwas zackiger. Letztgenannter Song hätte sich sogar auf dem Debütalbum gut gemacht, hier bricht noch mal kurz das Chaos durch.

„Schuldig“ ist in meinen Augen der logische Nachfolger von „Berlin“, welches auch schon deutlich ruhiger und weniger chaotisch als das Debüt „Betrüger“ daherkam und durch die Interludes ebenfalls einen roten Faden spann. Ein durchweg rundes Album.

8,5 | 10 - Eisen-Dieter

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