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Live-Reviews

Gluecifer - Köln - Live Music Hall (09.04.2019)
Nach 15 Jahren beehren uns die norwegischen King of Rock mal wieder – höchste Zeit also, mir die Band endlich mal live anzusehen. Ich hatte die Jungs zwar immer irgendwie auf dem Schirm, doch live hat es nie mit uns geklappt – zumal ich bei der Auflösung 2005 auch erst 22 Jahre alt war.

Nun denn, ab nach Köln – die letzten 3 Kilometer durch die Stadt machen bei Feierabendverkehr mal so richtig Spaß ;) Trotzdem bin ich eine Stunde vor Einlass vor Ort, und vor der ausverkauften Live Music Hall ist original nichts los. Keine Erste-Reihe-Fraktion, die schon stundenlang vorher aufgeschlagen ist, um die besten Plätze für sich zu beanspruchen. Demzufolge wandere ich nach dem pünktlichen Einlass dann auch direkt in die erste Reihe, nachdem ich noch kurz einen Blick Richtung Shirts geworfen habe.

Den Opener geben heute Ondt Blod, welche ebenfalls aus Norwegen stammen. Auch hier steht die Band überpünktlich auf der Bühne. Die Stilbezeichnung „Punkrock“, die vorher bei Facebook verbreitet wurde, kann ich nicht ganz teilen, irgendwie ist das eine ganz krude Mischung aus sehr vielen verschiedenen Stilen, etwa Hard- und Metalcore. Die Band lässt sich durch die allenfalls verhaltenen Publikumsreaktionen nicht beirren und drischt munter drauf los, ironische Ansagen ( „We´re the new pop-sensation from Norway“ ) inklusive. Mir hat die gute halbe Stunde jedenfalls ziemlich gut gefallen, mal was anderes.

In den nun folgenden 100 Minuten wird nicht nur mir vor Augen geführt, wie viele gute Songs respektive Hits Gluecifer in ihrer relativ kurzen Karriere eigentlich abgeliefert haben. Bereits als Dosenöffner wird „I Got A War“, einer ihrer größten Hits, abgefeuert, es folgen „Automatic Thrill“ und das geile „Take It“, welches mich völlig abholt. Auch die anderen Leute sind bester Laune und tanzen und gröhlen mit. „A Call From The Other Side“ feuert die Stimmung zusätzlich an, geiler Song!

Wie gesagt, man merkt zwischendurch immer wieder, dass die Band extrem gute Songs im Petto hat, das war mir in dieser Form gar nicht mehr bewusst. Als Beispiel seien hier mal „Here Come The Pigs“, „Brutus“ und das großartige, smooth-entspannte „Losing End“ genannt.

Nach „Desolate City“ verschwindet die Band kurz von der Bühne, kommt aber relativ schnell für 2 Zugaben-Blöcke zurück. Man merkt zu jeder Sekunde, wie viel Spaß die Jungs daran haben, Songs wie „The Year Of Manly Living“ wieder live zu spielen. Nach den beiden Klassikern „Easy Living“ und „Rockthrone“ ist dann aber auch leider wieder alles vorbei.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass meine beiden Lieblingsalben „Basement Apes“ und „Automatic Thrill“ in der Setlist sehr prominent vertreten waren. Doch auch ältere Songs kamen nicht zu kurz, und so dürfte eigentlich jeder Anhänger der Truppe glücklich nach Hause gegangen sein.

Bis zur nächsten Show lasse ich garantiert nicht wieder 15 Jahre ins Land ziehen, dafür sind sowohl die Band als auch ihre Songs viel zu gut gealtert. Apropos, Sänger Biff Malibu sieht mittlerweile ein wenig aus wie der junge Joe Cocker... ;)

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Gluecifer

Eisen-Dieter

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