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Reload Festival - Sulingen (04.07.2013 - 07.07.2013)
Das erste “richtige” Festival dieses Jahr – und dann gleich so ein Wetterchen! Das ganze Wochenende soll es sonnig bleiben, was die ohnehin schon vorhandene Partylaune noch weiter in die Höhe schraubt. Aber genug der langen Worte, wir beginnen mit dem

Donnerstag

Am frühen Abend trete ich die Reise an, welche eine gute Stunde zu Buche schlägt. Der Zeitpunkt ist gut abgepasst, ich habe genug Zeit, um mein Bändchen abzuholen, einen Drink zu nehmen und mich auf SpitFire vorzubereiten. Die Opener-Bands The Flaming Cucumbers, Vitja und A Traitor Like Judas bekomme ich nur am Rande mit. Unsere Münchener Freunde legen dann schon 5 Minuten früher los, was die Spielzeit auf 45 Minuten dehnt. Der Sound ist zwar noch nicht ganz optimal, aber Songs wie „Hellfire“, „Burn In Hell“ oder das Danko-Jones-Cover „Code Of The Road“ entlocken den bereits zahlreich anwesenden Gästen die ersten Beifallsstürme. Und das natürlich völlig zurecht. Guter Auftritt von SpitFire.


www.youtube.com/v/ALAshl-GB90


Die folgenden KMPFSPRT und The Sword bekomme ich wieder nur am Rande mit, da ich mich mit einigen bekannten und unbekannten Gesichtern unterhalte und natürlich auch das eine oder andere Getränk verhafte. Die Hintergrundmusik war aber durchaus passabel, vor allem The Sword haben wohl einen richtig guten Job erledigt. Mit einem Fischbrötchen als Betthupferl endet der erste Tag dann gegen 2 Uhr.

Freitag

Nachdem ich zumindest 6 Stunden im Auto durchgepennt habe, erkunde ich erst einmal die örtlichen Gegebenheiten. Am Partyzelt vom Vortag werden Brötchen und Kaffee verkauft, perfekt. Danach mache ich einen Abstecher in die Sulinger City und decke mich mit allerhand Dosenfutter und frischem Obst, sowie einer Zombie-DVD ein. Auch ein Schwimmbad ist in der Nähe, und das alles bei einem Fußweg von vielleicht 15 Minuten. Sehr gut. Generell bietet dieses Festival sehr kurze Wege, alles ist übersichtlich und sehr gut organisiert.

Bis auf den Einlass, denn der verzögert sich locker um 1,5 Stunden. Warum auch immer. Jedenfalls just in time für die Osnabrücker Into The Wild, die das Festival auf der Hauptbühne eröffnen und einen soliden Gig hinlegen.
Im Anschluss habe ich im Pressebereich ein Interview mit Aaron Beam von Red Fang. Netter Kerl. Leider verpasse ich dann Pascow, da in diesem Moment mein Redaktionskollege DSVK eintrifft. Kurze Begrüßung, erster Drink des Tages, dann wieder ab vor die Bühne – Iwrestledabearonce gucken. Was für eine abgefahrene Band. Die Hose der Sängerin hätte ruhig 2 Nummern größer sein dürfen, aber dafür schreit sie sich recht ansprechend durch das kurze Set. Mir gefällt’s, anderen nicht. Frickelkram ist halt nicht Jedermanns Sache.

Bei Slime erkunden wir derweil die kulinarischen Optionen des Reload. Und die Alternativen sind vielfältig, von Burger über Asiatisch bis zu Mexikanisch alles dabei. Frisch gestärkt geht es zurück zur Bühne – in die erste Reihe genauer gesagt, denn Red Fang kündigen sich an. Was nun folgt, ist ohne den geringsten Zweifel das Highlight des Tages. Die zauseligen Amis rocken Sulingen eine halbe Stunde lang in Grund und Boden. Alleine die Ausstrahlung dieser 4 Typen sorgt für gute Laune, Songs wie „Wires“ und natürlich „Prehistoric Dog“ tun ihr Übriges. „Into The Eye“ ist heute der Ohrwurm des Tages und drückt live ohne Ende. Grandiose Band, genialer Auftritt.

Das Hardcore-Duo Terror und Hatebreed schenken wir uns dann ebenso wie The Gaslight Anthem. Wobei… Doch nur fast, denn vom Hatebreed-Auftitt bekommen wir noch irgendwie eine halbe Stunde mit, obwohl wir die Band überhaupt nicht mögen. Warum wir zu diesem Zeitpunkt überhaupt auf dem Gelände waren, ist uns beiden ein Rätsel und wohl dem Alkoholgenuss geschuldet ;) Als kleines Trostpflaster gibt es aber ein leckeres Spanferkel-Brötchen vom Grillmeister. Das ist doch auch was Feines.

Samstag

Nach einer neuerlichen Tour durch Sulingen ruhen wir uns ein wenig aus und kämpfen mit dem einsetzenden Sonnenbrand. Doch das Zelt im Pressebereich spendet sowohl Schatten als auch gekühlte Getränke ( DANKE noch mal an dieser Stelle! ), und so ist es uns möglich, an diesem Tag ALLE Bands der Hauptbühne in Augenschein zu nehmen. Die Bonez eröffnen den Reigen wie auch die nachfolgenden Hacktivist mit einer Melange aus Rocksounds und Rap. Beide Combos sagen uns… nun ja… nicht so wirklich zu, um das mal nett auszudrücken ;)

Dann die erste dicke Überraschung des Tages: Vanna aus den USA bringen die Anwesenden mit ihrem Metalcore-Mörtel amtlich in Wallung. Der Sound drückt ohne Ende, die Band ist ähnlich hyperaktiv wie Kvelertak, und als der Sänger zum Schluss ins Publikum springt und dort seine Dance-Moves vollführt, hat die Band endgültig gewonnen. Fett!

Die nun folgenden Eskimo Callboy haben leider Sound- / Technikprobleme und müssen deshalb ihr Set um ca. 15 Minuten kürzen. Schade, denn wer mit einer Granate wie „Is Anyone Up?“ loslegt, der hat eigentlich mehr als 25 Minuten Stagetime verdient. Die Band weiss die kurze Zeit aber zu nutzen und feuert ihren Dance-Metalcore ohne größere Umschweife ins Publikum, welches diesen Ball freudig aufnimmt und sich äußerst feierwütig zeigt. Auch hier kann man der Band einen äußerst gelungenen Auftritt bescheinigen.

Danach kommen wir mit Fiddlers Green ein wenig runter, die Band ist die optimale Hintergrundbeschallung auf einem jeden Festival, wenn man zwischendurch mal was Essen oder trinken will. Die Songs kennt man irgendwie fast alle, und man ist einfach nur gut gelaunt. Mit „Bugger Off“ als Schlusspunkt kann man eh nix verkehrt machen.

Die Emil Bulls begeistern mit ihrem 45-Minuten-Hit-Feuerwerk sogar meinen skeptischen Kollegen DSVK, so dass man auch diesen Auftritt als absolut gelungen einordnen muss. Die 5 Münchener konzentrieren sich wie erwartet auf ihre letzten beiden Alben und machen mit Brechern wie „Here Comes The Fire“ und „Battle Royal“ alles richtig.

Die nächste Überraschung: Skindred. Um ehrlich zu sein, kenne ich keine 2 Songs von denen und habe mich einfach mal auf die Stimmen einiger Kumpels vertraut, die dieser Band Bestnoten im Live-Bereich attestieren. Und tatsächlich: Die Truppe zieht eine Wahnsinns-Show ab, Frontmann Benji Webbe hat die Menge direkt im Griff. Seine Kollegen spielen zwischendurch Slayer, Metallica und Slipknot an, was beim Publikum Begeisterungsstürme hervorruft. Das war mal eine geile Show! Reggae meets Metal…

Sick Of It All liefern dann eine grundsolide Show ab, diese Band ist auch einfach nicht kaputt zu kriegen. Dann Airbourne: Eigentlich “nur” Ersatz für die verhinderten Motörhead ( Alles Gute, Lemmy! ), aber die Leute nehmen die 4 Aussies herzlich auf und rocken eine Stunde lang mit ihnen. Sänger Joel klettert mitten im Set wieder die Bühne hoch und zockt dort einfach weiter – zwar schon 2 mal in Wacken gesehen, aber immer wieder ne Nummer für sich. Musikalisch finde ich das Ganze weniger interessant – ihre großen Vorbilder klingen in ziemlich jeder Note durch, aber Airbourne bieten eine Stunde lang gute Unterhaltung. Allerdings bin ich froh, dass die Stunde nun rum ist – einerseits machen sich meine Füße bemerkbar, andererseits weil nun der große Moment gekommen ist und At The Gates die Bühne entern.

Was soll man noch sagen, die Band ist eine verdammte Legende. Ein Jammer, dass so wenig Leute vor der Bühne stehen, scheinbar sind die ganzen Metalcore-Kiddies verschwunden oder mussten ins Bett ;) Jedenfalls lichten sich die Reihen, als die Schweden Sulingen eine Stunde lang eine Lektion in Sachen Oldschool Death Metal erteilen. Tompa Lindberg ist gut bei Stimme und krächzt einen Klassiker nach dem anderen heraus, die Björler-Brüder brillieren derweil an den Saiten. Als besonderes Highlight covern At The Gates heute Slayer – in Gedenken an Jeff Hanneman ertönt „Captor Of Sin“ – was für ein Abriss! Legendärer geht’s kaum noch. „Blinded By Fear“ leitet dann die Zugaben ein, und ehe man sich versieht, ist die Stunde auch schon wieder vorbei, schade.

Auch für mich heisst es nun Abschied nehmen, somit verpasse ich leider Dampfmaschine und die Dimple Minds und am Sonntag Caliban, die Donots und Papa Roach – aber diese 3 Tage waren auch so schon der Hammer. Ich kann nur meinen Hut ziehen und „Danke“ sagen – und versichern, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei bin.

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Reload Festival

Eisen-Dieter

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