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Erik Cohen - "Nostalgie für die Zukunft" (Royal Anker Recordings / Rough Trade)
Da ist es endlich, das erste Solo-Album von Smoke-Blow-Sänger Jack Letten, der hier die Rolle des Erik Cohen erstmals auf voller Albumlänge einnimmt und – soviel bereits vorab – damit vollends überzeugen kann.

Dass die Marschroute eine andere ist als bei Smoke Blow, das haben die bereits vorab veröffentlichten Nummern verdeutlicht, und so eröffnet der „Kosmonaut“ den Reigen bunter Hits, der von Cohen selbst gern als „Hitrock“ bezeichnet wird. Der Song kommt gut als Opener und überzeugt durch einen Refrain, der – passend zum Thema – nicht von dieser Welt ist. Es folgt mit „Chrom“ eine Nummer, die bereits gut ein Jahr nach ihrer Veröffentlichung ein Klassiker ist. DIE Hymne zum Autofahren. Treibender Sound, gute Texte, unaufgeregtes Gesamtbild.

Auch der „Kapitän“ wurde bereits vorab als Single ausgekoppelt, der Song besticht ebenfalls durch einen absoluten Sahne-Refrain. Diese Nummer beschert mir immer wieder eine Gänsehaut. Großartig. „Treue Herzen“ hingegen macht mit seinem „Moin Moin – und Ahoi“-Refrain einfach nur gute Laune und lädt zum Fingerschnipsen ein. Leider fällt „In Bewegung“ danach dann ein wenig ab, die Nummer zündet nicht wie der Rest des Albums.

Doch dieser kleine Makel wird umgehend mit „Stadt“ behoben, eine Nummer, die ich zu meinen Highlights zähle – und das will bei dieser Platte, die wahrlich nicht arm an Höhepunkten ist, etwas bedeuten. Energisch und powervoll, toller Song. Der „Dirigent“ ist der epischste Song der Platte, der Text und die Stimme gehen unter die Haut, wenn man sich drauf einlässt. Trotz allem wirkt das alles nie aufgesetzt oder peinlich.

„Omega Mann“ zieht das Tempo wieder an und gefällt durch und durch, ehe „Segeln“ wieder in ruhigere Gefilde lenkt. Eine komplett andere Facette dann in „Licht“, hier werden Einflüsse der Marke Danzig und Sisters Of Mercy verarbeitet und in einen lupenreinen Hit umgewandelt. Das Instrumental „Kreuz“ hätte einen guten Schlusspunkt abgegeben, kommt es doch sehr relaxt und locker-flockig daher. Doch diese Ehre wird „Wölfe“ zuteil, zugegebenermaßen auch eine gute Wahl. Hier geht es wieder etwas härter zur Sache, die Gitarren riffen fett nach vorne – und wieder einmal gefallen mir Text und Refrain ganz hervorragend.

Es hat sich absolut bezahlt gemacht, dass Cohen so lange an den Songs geschraubt hat, denn so hat er sie stetig verbessert und auf ein Niveau gehoben, welches hierzulande Seinesgleichen sucht. Als Vergleich würde ich Daniel Wirtz heranziehen, auch in Punkto Eloquenz. Gute Deutsche Texte, Songs, die schnell ins Ohr gehen und dort auch bleiben, sowie absolute Könner an den Instrumenten, die sehr songdienlich agieren und ein solides Rock-Fundament für die Songs bilden. Auch die Ausflüge in Wave-Gefilde sind absolut gelungen und wirken nicht deplaziert, sondern fügen sich hervorragend in das Gesamtkunstwerk ein.

Bleibt zu hoffen, dass der gute Mann die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient!

9 | 10 Punkten - Eisen-Dieter

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