Harbor Inn Studios - Bremen
 

Live-Reviews

Kvelertak - Bremen - Schlachthof (27.02.2020)
Kvelertak waren von Beginn an ein Phänomen. Zum ersten Mal habe ich sie vor einigen Jahren im Hamburger Logo gesehen und da war es ein Abriss der Sonderklasse. Diese Truppe aus Norwegen konnte damals mit einer unbändigen Energie punkten und waren ein erfrischender Newcomer in der hiesigen Szene. Sie wurden immer erfolgreicher, spielten immer größere Clubs und in Teilen auch beachtliche Support-Touren. Nach einem in der Regel etwas „gefährlichen“ Besetzungswechsel am Mikrofon, war ich nun gespannt wie diese Neubesetzung live funktioniert, nachdem mich das aktuelle Album durchaus überzeugen konnte.

Eröffnet wurde der Abend von Blood Command aus Norwegen.
Die Truppe, um Frontfrau Karina, war schon vor einigen Monaten als Support von Skindred im Bremer Schlachthof zu sehen. Dieses Mal war der Sound wesentlich besser und ihr dynamischer Punkrock konnte das Bremer Publikum direkt ermutigen sich vom Vorraum (bzw. Tresenbereich) vor die Bühne zu bewegen. Nach grob 30 Minuten und viel Applaus beendeten sie ihr Set und machten neben einigen neuen Fans im Publikum Platz für die Griechen von Planet Of Zeus.

Planet Of Zeus markierten heute die zweite Vorband und auf diese Truppe habe ich mich enorm gefreut. Vor grob fünf Jahren habe ich sie als Vorband von Clutch in Hamburg gesehen und da haben sie den Headliner seinerzeit dezent an die Wand gespielt, was bei einer Band wie Clutch nicht wirklich einfach ist.
Planet Of Zeus sind eine Heavy Rock Truppe aus Athen. Heavy Rock trifft es aber nur als Überschrift, denn ihre Stoner- und Alternative Parts machen die Sache erst richtig rund.
In den nächsten 45 Minuten liefern die Griechen ein druckvolles Set ab und unterstreichen ihren Ruf als grandiose Live-Band. Ob rockige Parts mit melodischen Gesangslinien, die fast in Richtung Alternative tendieren, oder harter und druckvoller Rock mit hartem Gesang (der in Teilen an Pro-Pain oder alte Betzefer erinnert) - Planet Of Zeus bieten alles.
Songs wie „Macho Libre“, das schmissige „Leftovers“ oder „Loyal To The Pack“ überzeugen das Publikum und ich bin mir sicher, dass die sympathischen Griechen heute neue Hörer dazugewonnen haben. Toller Gig und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen – großartige Band…
Wie ich im Laufe des Abends noch hörte, gab es für Planet Of Zeus anscheinend nicht den vollen Sound – vielleicht aus weiter oben genannten Gründen ;-)

Nun wurde etwas länger umgebaut und der inzwischen sehr solide Schlachthof wartete auf Kvelertak, den Hauptact des Abends.
Irgendwann war es soweit und die Band kam auf die Bühne und lieferte in den folgenden 80 Minuten einen Abriss der Sonderklasse.
Lief der alte Sänger Erlend seinerzeit immer mit einer Eule auf dem Kopf auf die Bühne, ist der neue Mann am Mikro (Ivar) da etwas dezenter und kommt nur mit Stirnband auf dem Kopf auf die Bühne und legt dann gleich los wie die Feuerwehr.
Kvelertak sind irgendwie schon ein eigenes Genre mit ihrer Melange aus Hardcore, Punk, Rock, Metal und ner winzigen Prise Blackmetal. Was sie aber von vielen anderen Bands unterscheidet – sie machen im Grunde gar keine Pausen. Sie ziehen ihr Set mit einer unfassbaren Intensität durch. Vergleichbares kennt man auch von den Bremern Mantar, die auch diese Intensität zelebrieren. Ich war besonders gespannt auf den neuen Sänger Ivar und seine Performance. Im Gegensatz zum alten Sänger Erlend ist Ivar nur unterwegs und läuft während des Sets gefühlte 10km auf der Bühne ab und ist chronisch in Bewegung, was die eh schon hohe Intensität noch einmal unterfüttert. Songs wie das schöne „Crack Of Doom“, „Bruane Brenn“, „1985“ oder die legendären „Ulvetid“ und „Blodtørst“ können überzeugen und zaubern einem ein breites Grinsen ins Gesicht. Als dann im Zugabenteil noch mein momentaner Band-Favorit „Fanden Ta Dette Hull!“ gespielt wird, war ich zufrieden und happy, als kurze Zeit später das Licht anging und die Truppe unter großem Applaus die Bühne des Bremer Schlachthof verließ. Das war ein kurzweiliges und sehr intensives Gastspiel der Norweger mit einer guten Supportband-Auswahl.

Setlist Kvelertak:

Rogaland
Crack Of Doom
Bruane Brenn
Necrosoft
Discord
Nekroskop
1985
Stevnemøte Med Satan
Evig Vandrar
Ulvetid
Blodtørst
Berserkr
Mjød
Bråtebrann
Zugaben:
Fanden Ta Dette Hull!
Kvelertak





Links:
Kvelertak

Jens Krause

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